Nach der cena im Triclinium des C. Flavius (Teil 1)
Die Väter und ihre Söhne haben soeben die cena beendet. C. Flavius ruft nach Aristos, der kurz darauf gemessenen Schrittes das Triclinium betritt.
C. Flavius (entspannt): „Nun, Aristos, berichte mal, was ihr heute im Rhetorikunterricht durchgenommen habt und wie sich Quintus und Lucius geschlagen haben.“
Aristos gibt einen Überblick und lobt dabei auch den Arbeitswillen der beiden Jungen. Die Übersetzungen ins Griechische hätten seine Erwartungen übertroffen, da es nun einmal sehr schwer sei, nicht nur die Worte, sondern auch die Art der Rede in eine andere Sprache zu übertragen.
C. Flavius (zufrieden): „Das hört sich in der Tat gut an. Was willst du in der nächsten Stunde mit den beiden durchnehmen?“
Aristos (überlegt laut): „Ich bin mir noch etwas unschlüssig. Doch da ihr gestern Caesars offenen Brief schon besprochen habt, dachte ich, wir konzentrieren uns auf das politische Programm, das Cicero für Caesar entwirft. Vielleicht zeige ich den beiden auch einmal, wie man verschiedene Übersetzungen miteinander vergleicht. Kriterien für ein begründetes Urteil zu haben, ist sinnvoll. Sonst fallen sie auf jede Übersetzung blindlings herein.“
M. Claudius (aufhorchend): „Das hört sich interessant an. Mein eigener Rhetorikunterricht war da viel langweiliger. Immer dieses sture Auswendiglernen irgendwelcher Beispiele, Redeanfänge etc.“
C. Flavius (lachend): „Nun übertreibe aber nicht. Dein Unterricht hat dir keineswegs geschadet, ehrenwerter Senator. (an die Jungen gewandt) Was denkt ihr denn, was Cicero Caesar in der Rede politisch empfohlen hat?“
Lucius (vorsichtig): „Frieden wieder herstellen?“
Quintus (ergänzt): „Dafür sorgen, dass es allen gut geht?“
M. Claudius (ruhig): „Nun ja, das ist ziemlich allgemein, meint ihr nicht? Was heißt „Frieden wieder herstellen“ für die res publica? Was könnte denn im Bürgerkrieg im Staat in Unordnung gekommen sein?“
Quintus (langsam): „Hmm, auf jeden Fall haben Römer gegen Römer gekämpft, die vorher zusammen im Senat den Staat regiert hatten. Also war vielleicht die Ämterlaufbahn nicht mehr normal möglich?“
M. Claudius (erfreut): „Sehr gut, mein Sohn. Aber das allein macht ja noch keinen Staat aus.“
Nun entspinnt sich eine Diskussion, was Cicero dem Diktator Caesar geraten haben könnte und warum. Aus dem Gedächtnis zitiert Aristos den für den nächsten Tag geplanten Abschnitt…