Langsam geht der Nachmittag zu Neige. Lucius und Quintus sind ziemlich erschöpft, doch Aristos hat noch Arbeitsaufträge für sie. Er will den besprochenen Abschnitt nochmals vortragen, damit die beiden ihre Textfassungen mit Ciceros Original vergleichen können.

Quintus (müde): „Aber warum denn, Aristos? Wir haben doch nun alles so oft durchgekaut…“

Lucius (beipflichtend): „Ja, ehrlich. Ich kann den Abschnitt schon fast auswendig! Warum das jetzt noch? Es ist gleich Zeit für die cena.“

Aristos (erklärend): „Wir sprechen gemeinsam über die Textfassungen, weil ihr verstehen sollt, welche Möglichkeiten es gibt, schwierige Texte verständlicher zu gestalten. Dann könnt ihr euch in Zukunft selbst helfen oder gezielter nach Hilfen fragen. Und bevor ihr euch jetzt zu sehr auf die cena freut: Ich habe danach noch eine Aufgabe. (Dabei zieht er zwei weitere Schriftrollen heran.) Wir schauen uns mal verschiedene Abschriften an. Zwei Kopisten haben Ciceros Rede abgeschrieben und ich will euch zeigen, wie unterschiedlich das sein kann und vor allem, wie schwierig das zu lesen und zu verstehen ist. Abschreib- oder Lesefehler können einen Text verändern. Spätere Generationen …“

Lucius (bittend): „Bitte, Aristos, wir haben Hunger.“

Aristos (gereizt): „Ich beende die Stunde. Zuvor machen wir genau das, was ich gesagt habe. Wir schauen uns Texte und ihre Darstellungsformen an. Ich beginne mit meinem Vortrag.“