Unterricht mit Aristos (Teil 1)
Am nächsten Tag sitzen die beiden Jugendlichen Lucius und Quintus im Rhetorikunterricht, den Aristos im Haus des C. Flavius für beide zusammen abhält. Sie blicken ihn erwartungsvoll an. Vielleicht dürfen sie sogar die Marcellus-Rede selbst interpretieren und vortragen?
Aristos (geschraubt): „Guten Morgen, Schüler. Wir werden uns heute also wie vom Herrn gefordert der Marcellus-Rede von Cicero zuwenden. Denkt bloß nicht, dass ihr gleich zu Beginn frei interpretieren und vortragen dürft. Zuerst beginnen wir mit akribischer Spracharbeit. (lange Gesichter bei Quintus und Lucius) Ich denke, ich habe gestern schon deutlich gemacht, wie wichtig euer sprachliches Wissen ist, um einen guten Stil auszubilden. Erst wenn ihr …“
Lucius (vorsichtig): „Entschuldige bitte, Aristos, aber wenn wir die Rede von Cicero nur nachahmen wollen, dann brauchen wir die ganze Grammatik doch gar nicht?“
Quintus nickt eifrig.
Aristos (erregt): „Oh mit was für Banausen bin ich geschlagen! Ich werde es jedenfalls nicht zulassen, dass ihr mit eurem Halbwissen großartige Redner wie Cicero imitiert! Wie wollt ihr denn richtig betonen, wenn euch die Feinheiten der Sprache entgehen? Wie wollt ihr eure Stimme modulieren, wenn ihr nicht einmal den Rhythmus eines Satzes versteht?“
Lucius und Quintus sehen sich betreten an. Ein langer, arbeitsintensiver Weg liegt also wieder einmal vor ihnen. Sie haben gehofft, den Grammatikunterricht endlich hinter sich gelassen zu haben…
Quintus (schicksalsergeben): „Wenn du es sagst, Aristos, wird es wohl stimmen…“
Aristos (lächelnd): „Ja. Beginnen wir also mit verschiedenen Übungen zur Sprache. Ich habe dazu den Abschnitt 16 von Ciceros Rede Pro Marcello ausgewählt. Geht alle Übungen durch, rechnet eure Punktzahl zusammen und schreibt sie am Ende der einzelnen Übungsabschnitte auf.“