Verankerung und Zielsetzung:

Mit dieser Aufgabe kann im Biologieunterricht der gymnasialen Oberstufe ein Bezug zum Inhaltsbereich ‚Genetik und Evolution‘ (vgl. KLP NRW Sek. 2) hergestellt werden. Insbesondere die Kompetenz, dass unsere Schülerinnen und Schüler „den Einsatz der personalisierten Medizin in der Krebstherapie [begründen] (S4, S6, E14, K13)“, wird durch die Diskussion von Künstlicher Intelligenz in der Krebsdiagnostik geschult.

Didaktisch wird der Schwerpunkt auf die beiden Schritte Wahrnehmen und Analysieren aus dem WAAGER-Modell gemäß Langlet et al. (2022) gelegt und adressiert damit den ersten Grundtyp  (ebd., S. 13).

 

Möglicher Unterrichtsverlauf und Erläuterung der Aufgaben:

Die zuvor vorgestellte Aufgabe „Künstliche Intelligenz in der Krebsdiagnostik“ kann als fachlicher Grundstein zu dieser Aufgabe dienen. Es ist hilfreich, wenn die Schülerinnen und Schüler Theorien zur Krebsentstehung kennen. Das Wissen ist jedoch keine notwendige Voraussetzung.

Methodisch sollte die Schulung des ersten Grundtyps wie folgt geschehen: Die Lernenden begegnen dem Konflikt im Plenum beispielsweise durch eine kurze Aussage (z.B. Material A) und nehmen danach spontan Stellung. Dies kann entlang einer Interessenslinie im Klassenraum geschehen. Die nachfolgende Arbeitsphase zielt auf das Aufstellen von Handlungsoptionen ab. Methodisch könnten die ersten beiden Aufgaben in Einzelarbeit und die dritte Aufgabe in Gruppenarbeit bewältigt werden. Das Finden solcher Optionen kann offen oder gesteuerter durch Material erfolgen. 

In der Aufgabe ist die materialgestützte Version zu finden, die je nach Lerngruppe geöffnet werden kann. In der ersten Teilaufgabe befassen sich die Schülerinnen und Schüler genauer mit dem Entscheidungsproblem, indem sie es gestützt durch Leitfragen zusammenfassen. Die persönliche Perspektive wird durch Teilaufgabe zwei einbezogen. Weitere Leitfragen führen die Lernenden schließlich zu Handlungsmöglichkeiten.  

Alternativ kann für eine Arbeit mit einer Originalquelle statt Material B auch der Artikel von Rathmes und Krauthammer aus dem Literaturverzeichnis vorgelegt und hier die wichtigen Informationen gefiltert werden. Eine auf Leitfragen basierende Recherche ist auch eine mögliche Vorgehensweise. 

Strukturell wurde sich bei der Konzeption der Aufgaben an Lübeck, M. (2018, S. 65ff.) orientiert. Damit keine Tendenz zur Mitte zu einem Ausweichen von echten Handlungsoptionen führt, wurde die Anzahl der zu entwickelnden Handlungsoptionen bewusst auf vier begrenzt. Ohne vertiefte Schulung der weiteren Grundtypen können und sollen die Schülerinnen und Schüler am Ende der Unterrichtseinheit erneut Position beziehen und sich begründet für eine der selbst formulierten Handlungsoptionen entscheiden (s. Aufgabe 4). 

Den Lernenden sollte im Laufe der Unterrichtseinheit ebenfalls transparent gemacht werden, dass es sich bei der Identifikation des Entscheidungsproblems und geeigneten Handlungsmöglichkeiten lediglich um die ersten Schritte eines Bewertungsprozesses handelt, und für einen vollständigen Bewertungsprozess weitere Schritte folgen und ausführlicher in den Blick genommen werden müssen.

 

Quellen und Hintergrundliteratur: