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Lernen steht im Fokus der Kompetenzorientierung mit dem großen Ziel der Selbststeuerungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler. Zentrale Aufgabe ist es, Lernende nachhaltig zu befähigen, selbst Fragen zu stellen, sie eigenständig zu beantworten, um letztlich verantwortungsvoll ihr eigenes Handeln werteorientiert steuern zu können. Sinnstiftendes Lernen hat somit stets einen Lebensweltbezug, ist schülerorientiert und setzt ein hohes Maß an Eigenaktivität voraus. Im Lernprozess bietet das Feedback in Form von Beratung und Beurteilung durch die Lehrkraft Orientierung.

Mit diesem Ziel werden an die Rolle einer Lehrkraft besondere Erwartungen geknüpft, die im Berufsalltag gleichzeitig Fragen aufwerfen:

  • Was bedeutet kompetenzorientiertes Lernen?
  • Wie diagnostiziere ich die Lernvoraussetzungen der Lernenden?
  • Wie plane ich individuelle Förder- und Fordermaßnahmen im Dialog mit den Lernenden?
  • Wie überprüfe ich den Lernfortschritt und beurteile diesen transparent?
  • Auf welcher Grundlage benote ich alle gezeigten Leistungen?
  • Wie fülle ich meine eigene Rolle in diesem Prozess professionell aus?

Richtungsweisend für die Rolle einer Lehrkraft ist das Auffassen des Lernens als kumulativer Prozess, d. h. Lernen ist kein mechanisches Vorgehen von Stufe zu Stufe, welches alle Lernenden gleichförmig ausführen, sondern ein individueller, spiralförmiger Prozess, indem sowohl fachliche als auch überfachliche Kompetenzen progressiv aufgebaut werden. Gleichzeitig wird Lernen in einem Lernkontinuum optimal unterstützt, d. h. bei der Planung einer Unterrichtsreihe finden die persönlichen Erfahrungen, der kulturelle Hintergrund bzw. die Interessen der Schülerinnen und Schüler, also die individuellen Lernspuren Berücksichtigung.

Aufgabe einer Lehrkraft ist es damit, die diagnostizierten Lernvoraussetzungen für die Lerngruppe und die in den Kernlehrplänen verbindlich vorgeschriebenen Kompetenzerwartungen bzw. Formen der Leistungsüberprüfung, welche im internen Schulcurriculum konkretisiert werden, didaktisch in Passung zu bringen, so dass die vielfältig ablaufenden Lernprozesse der Lernenden zielführend begleitet und unterstützt werden. Dem unterrichtlichen Handeln der Lehrkraft liegt somit in der Planung, Durchführung und Reflexion ein spiralförmiger Förderkreislauf zugrunde:

  1. Diagnostizieren der Lernvoraussetzungen: Was bringen die Lernenden mit? Wie ist der Lernstand?
  2. Planen/Überprüfen des Lernprozesses mit individueller Förderung: Welche Zugänge passen zu welchen Lernenden, um die angestrebten Lernziele/ Kompetenzen zu erreichen bzw. zu entwickeln?
  3. Bewerten/Benoten der Lernprozesse: Leistungsbeobachtung, begründete Einschätzungen aller Leistungen an vorher transparent gemachten Kriterien in Form der definierten Notenskalen sehr gut bis ungenügend
  4. Evaluieren der Ergebnisse aus der Perspektive der Lernenden und der eigenen Rolle als Lehrkraft.