Im Haus des C. Flavius (Teil 1)
Aristos steht wartend vor seinem Herrn in der Bibliothek, die anderen schauen ebenfalls auf C. Flavius.
C. Flavius (murmelnd): „Wo habe ich sie denn… (sucht im Regal, währenddessen …) Lucius und Quintus haben heute viele Fragen zu Caesar und Cicero gestellt. Wir haben ihnen schon einiges erzählt. Dabei sind wir auch auf Caesars offenen Brief an Oppius und Cornelius gestoßen. Du erinnerst dich, Aristos? (Aristos nickt langsam.) In dem Brief hat Caesar über seine Absichten im Umgang mit seinen politischen Gegnern gesprochen. Dazu passt Ciceros Rede sehr gut und die beiden Jungen wollen wissen, warum. – Ah, hier ist die Abschrift. Aristos, es ist hell genug zum Lesen. Trage uns Ciceros Rede so vor, wie es sich für einen Rhetoriklehrer gehört.“
Aristos (vorsichtig): „Bitte, Herr, nicht aus dem Stegreif. Lass mich die Rede einstudieren und sie euch später vortragen.“
M. Claudius (ruhig): „Aristos hat recht. Wenn wir Quintus und Lucius einen möglichst authentischen Eindruck bieten wollen, muss sich Aristos vorbereiten. Er ist zwar kein zweiter Cicero, aber er hat ja die Abschrift zum Auswendiglernen. Wir könnten inzwischen in Ruhe etwas essen…“
C. Flavius (nickt): „Gut. Aristos, bereite dich vor! Du hast bis nach der cena Zeit.“
Alle vier verlassen die Bibliothek und gehen ins Triclinium, um dort zu speisen. Aristos bleibt zurück, starrt die Schriftrolle an und beginnt sich in Cicero hineinzuversetzen. Dann fängt er an, die Rede zu lesen und zu interpretieren.