3 Aneignung 1 - Die Entstehung von Müllinseln durch Plastikverpackungen
3 Aneignung 1
3 Aneignung: Kunststoffe und Stoffkreisläufe
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Aufgabe 3.1.8: Lies dir nun alle Informationen zu den Kunststoffklassen der Lebensmittelverpackungen durch und mache dir, falls nötig, Notizen.
Aufgrund ihrer Eigenschaften können Kunststoffe in drei Kunststoffklassen unterteilt
werden: Thermoplasten, Duroplasten und Elastomere. Sie alle bestehen aus langen
Molekülketten, die unterschiedlich miteinander verknüpft sind und sich dadurch
unterschiedlich bei äußeren Einflüssen verhalten, wie etwa durch das Erhöhen oder
Erniedrigen der Temperatur oder des Drucks.

Thermoplasten schmelzen beim Erwärmen (in bestimmten Temperaturbereichen) und sind dann verformbar. Nach dem Abkühlen behalten sie ihre neue Form.
Dies lässt sich damit erklären, dass die langen Molekülketten nur
über schwache Wechselwirkungen, die van-der-Waals-Kräfte,
zusammengehalten werden. Beim Erhitzen werden diese gelöst,
sodass sich die Ketten aneinander vorbeischieben können - der
Kunststoff wird verformbar. Kühlt der Kunststoff wieder ab, dann
ziehen sich die Ketten wieder zusammen und es werden van-derWaals-Kräfte zwischen neuen Molekülkettenabschnitten ausgebildet
– der Kunststoff wird wieder fest, behält aber seine neue Form.
Die eher schwache Kraft zwischen den Molekülketten führt zudem
dazu, dass diese Kunststoffe eher weich sind. Durch den relativ
großen Abstand zwischen den Molekülketten verfügen die
Thermoplasten zudem meist über eine eher geringe Dichte.
Diese Eigenschaften machen sie zu einem idealen Verpackungsmaterial, da sie verformbar, aber dennoch stabil sind

Duroplasten sind sehr hitzebeständig. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die langen und zusätzlich verzweigten Molekülketten dieser Kunststoffe über Elektronenpaarbindungen eng und fest miteinander verbunden sind und so ein starres Molekülnetz bilden. Dadurch ist dieser Kunststoff sehr hart, besitzt eine hohe Dichte und ist auch unter Wärme nicht verformbar.
Diese Eigenschaften machen den Kunststoff zu einem idealen
Werkstoff für Produkte, die beim Gebrauch einem hohen Druck
ausgesetzt werden. Bei sehr hohen Temperaturen wird der
Kunststoff zerstört, da dann die Bindungen zwischen den
Makromolekülen gelöst werden. Bei noch höheren Temperaturen
kann der Kunststoff sogar „verkohlen“.

Elastomere bestehen aus verzweigten Makromolekülen, die über Elektronenpaarbindungen vernetzt sind. Das Molekülnetz sorgt insgesamt für eine hohe Dichte. Es ist jedoch deutlich weitmaschiger als bei Duroplasten, weshalb die Molekülketten beweglich sind.
Darüber lässt sich die elastische Eigenschaft dieser Kunststoffe erklären: Werden sie durch äußere Einflüsse gedehnt (Zug- oder Druckkräfte), können die Molekülketten der einzelnen Maschen aneinander vorbeigleiten und ihre Struktur vorübergehend verändern. Lässt die äußere Kraft nach, geht das Molekülnetz in seinen Ausgangszustand zurück.

Wenn die Krafteinwirkung zu stark ist, können die Elektronenpaarbindungen gelöst
werden – der Kunststoff zerreißt. Entsprechend werden Elastomere verwendet, wenn ein
Werkstoff elastische Eigenschaften aufweisen soll, wie zum Beispiel für die Herstellung
von Gummibändern oder biegsamen Kuchenformen.